Vulkan. Löss. Und mediterranes Klima.

Die Besonderheit des Kaiserstuhls lässt sich mit dem Dreiklang Vulkan, Löss und Wärme beschreiben.

Geologisch handelt es sich um ein stark verwittertes kleines Vulkangebirge, das vor ca. 13-15 Mio Jahren an der Bruchkante des absinkenden Rheingrabens entstehen konnte. Eruptionen, Verwerfungen und Faltungen wechselten viele Millionen Jahre lang. Daher finden wir heute ungezählte Varianten von Laven, Magmen und Vulkaniten, welche die einzigartige, mikroräumlich sehr differenzierte Terroir-Zusammensetzung und Boden-Mineralisierung schaffen.

Während mehrerer Eiszeiten der jüngsten Erdgeschichte war es den Winden möglich, den Löss – Sand- und Wüstenstaub aus Afrika – hier abzutragen.
Der Kaiserstuhl hat lokal immer wieder beeindruckende Sedimente und Schichten des staubigen, gelben Gesteinsmehls.
Sein Beitrag zum Weinbau ist enorm - Löss ist sehr fruchtbar, er macht den Wein weich geschliffen, lieblich und aromatisch.

Unsere Lage inmitten der Oberrheinebene und den warmen Luftströmungen durch die burgundische Pforte bringt ein mediterranes Klima mit guten Niederschlägen und Winden mit sich. Rund 1.800 Sonnenstunden und die Vorkommen von Smaragdeidechse, Bienenfresser, Gottesanbeterin, wilden Orchideen, Kakteen, Mandeln und Feigen zeugen von der klimatischen Besonderheit am Kaiserstuhl, der zu den wärmsten Regionen Deutschlands zählt.

Klima, mächtige Terrassen aus fruchtbarem Löß, Berge und Hügel mit Böden aus verwittertem, wärmespeicherndem Vulkangestein schaffen so eine wunderbare Basis für die unverwechselbare, feinstoffliche Mineralität und die klare, geschmacklich besonders lagenbezogene Ausrichtung unserer Weine.

Seinen Namen hat der Kaiserstuhl vermutlich im frühen Mittelalter erlangt, als die deutschen Kaiser noch ”aus dem Sattel regierten” und hier sog. Gerichtstage abhielten. Erstmalig urkundlich belegt ist der Begriff im Jahre 1304, ein Gerichtstag wurde jedoch schon bei Otto III. um 994 in Sasbach am Kaiserstuhl nachgewiesen.

Kaiserstühler Geomorphologie

Löss


Der Löss im Kaiserstuhl wurde während der letzten vier Eiszeiten über Winde abgelagert und zu mächtigen Schichten sedimentiert.
Er besteht aus feinem Quarzstaub und mikrokleinen
Kalkbruchstücken, deren Physiognomie diese stabilen Schichtungen erst ermöglicht. Sie sind typisch für
den Kaiserstuhl und vereinzelt bis zu 30 m hoch.
Das Bild zeigt ein sog. Lösskind - eine lokale Löss-Verpressung, etwa handgroß und sehr hart.



Limburgit


Der Limburgit besteht aus gering differenzierter Magma.
Unter den Kaiserstühler Vulkaniten ist er die jüngste Variante und wird v.a. in Richtung Rheinebene gefunden.
Bei diesem schönen Exemplar hier sind die Olivinanteile stark oxidiert und weisen die typische rostig-gelbe Verfärbung auf.



Tephrit


Tephrite bilden als Vulkanite mit Laven und Pyroklastika die Hauptmasse des vulkanischen Auswurfs im Kaiserstuhl. Durch permanent wechselnde, vulkanische und tektonische Aktivitäten über viele Millionen Jahre gibt es eine Vielzahl von Varianten.
Hier zeigen wir den Schnitt durch einen phonolitischen Tephrit mit auffallend vielen Einschlüssen, sog. Drusen, von blasigem und körnigem Zeolith / Phillipsit.




Weinbau im eigenen Naturschutzgebiet

Jedes Weingut ist besonders. Mit dem eigenen Naturschutzgebiet sind wir einzigartig.
Unser Naturschutzgebiet ist ein exponierter Teil der noch sichtbaren Vulkanlandschaft.
Dort - im sog. Steinbruch Niederrotweil - wurde über viele Jahrzehnte Schotterstein abgebaut.
Konrads Vater, Wolf-Dietrich Salwey, hat
in den 2000er Jahren den Erwerb des Kegels mitsamt
des ehemaligen Betriebsgeländes und Mahlwerkes aus dem Jahre 1902 ermöglicht.
Heute befinden sich dort in Niederrotweil unsere Administration, Produktion und Lager.
Nach Renaturierung und umfassenden Rückbauten in den ursprünglichen Steillagencharakter ist das Gelände unsere
Top-Lage
Kirchberg - VDP.GROSSE LAGE® - geworden und ist zugleich auch eines der bestgeschützten Naturschutzgebiete des Landes.
Ein schöner Beweis, dass Naturschutz und Weinbau bestens harmonisieren können.

Kirchberg inside - Konrad Salwey am Einstieg in den ehemaligen Steinbruch.

Der Steinbruch ist geschützte Heimat für Greifvögel, seltene Heuschrecken und Falter.

Steinmühle zur Bearbeitung der Schottersteine, Baujahr 1902.

Immer noch Teil unseres Geländes in Niederrotweil, vis-a-vis des Kirchbergs.


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